
Das Lebenswerke – Haus

Viele Pflegekräfte gehen mit dem Wunsch zu helfen in den Beruf.
Mit der Zeit spüren sie, dass “Helfen” gleichzusetzen ist mit “Geben”.
Die beruflichen Anforderungen haben eine Wechselwirkung mit den Anforderungen im Privaten Leben.
Folgende Fragen können daraus resultieren:
- Wie werde ich den ganzen Anforderungen gerecht?
- Wie werde ich meinen Ansprüchen hinsichtlich Beruf und Privatleben gerecht?
- Welche Prioritäten sollen gesetzt werden?
und
Wo bleibe ICH?
Bei der Suche nach einer Antwort entscheiden sich Pflegekräfte immer häufiger, den Beruf zu verlassen.

Während meiner Tätigkeit als Krankenschwester und als Pflegedienstleitung wurde mir deutlich, dass die Pflege, Betreuung und die Beziehung zu Menschen immer im Vordergrund steht und so oftmals die Pflegeprozessplanung und Dokumentation in den Hintergrund rückt.
Die Qualitätsanforderungen des Gesetzgebers werden höher. Pflegekräfte, Pflegepädagogen und Pflegewissenschaftler entwickelten die Expertenstandards, die mit der Pflegeprozessplanung heute die Grundlage für die Pflege bilden.
Beides kann nicht mehr ignoriert werden.
Die Pflegedienstleitung ist heute Koordinator, Analytiker, Schrittgeber und vieles mehr. Sie hat die Aufgabe, mit den Teams die tägliche Arbeit und die Arbeitsabläufe zu überdenken und an die heutigen Anforderungen anzupassen.
Das Lebenswerke – Haus steht für die Art und Weise wie ich Pflege verstehe. Ich möchte den Begriff “Ganzheitlichkeit” nicht nur auf die Patienten/ Bewohner angewendet sehen, sondern auch auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Für mich steht die Sorge um sich selbst im Vordergrund.
Nur wer sich selbst pflegen kann, kann auf Dauer auch andere Menschen pflegen!
Die einzelnen Räume des Lebenswerke-Hauses stehen in einer engen Wechselbeziehung zueinander. Durch Änderungen in einem Raum entstehen, bewusst oder unbewusst, auch Veränderungen in den anderen Räumen. Dadurch verändern sich auch die persönlichen Verhältnisse – die Lebenslinien – der einzelnen Menschen.
Dieses Konzept soll helfen, die Wechselwirkungen zu erkennen, die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Bewohner des Lebenswerke – Hauses zu stärken und die eigene Wertschätzung zu festigen.

